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Aktion & Reaktion

Quote für Fight Night

Am 16. April steht die nächste Fight Night in der Rostocker Allround Arena bevor. Unter dem Vorwand eines sportlichen Wettstreits steht zu befürchten, daß sich ganz Rostock-Schmarl vorübergehend in eine angsteinflößende Männerdomäne verwandeln wird. Unter frenetischem Beifall des blutlüsternen Publikums werden Kampfsportler verschiedener Stile gegeneinander antreten und durch bloßes Faustrecht einen fragwürdigen Sieger ermitteln.

Nicht allein, daß physische Ertüchtigung und allgemeine Verbreitung von Kampfsport zusehends das Gewaltmonopol des Staates untergraben (nicht umsonst blieb in der fortschrittlichen DDR das Training und die Ausübung des Kampfsports bis zuletzt verboten), nein, immer wieder versuchen auch sogenannte Neonazis diese Veranstaltungen zu unterwandern und für ihre menschenverachtende Propaganda zu instrumentalisieren. Dazu scheuen sie weder Kosten noch Mühen, trainieren wie besessen und halten sich selbst im Ring noch an die Regeln.

Man möge sich gar nicht ausmalen, was der Sieg eines nationalen Lokalmatadors für das internationale Ansehen Mecklenburg-Vorpommerns als integrationswilliges Einwanderungsland bedeuten könnte. Reihenweise könnten osteuropäische Fachkräfte, Bürgerkriegsflüchtlinge aus demokratisierten Staaten – Afghanistan, Irak, bald Libyen (?) – oder vorderasiatische Gastronomen abgeschreckt werden und an der Grenze umkehren oder in andere Bundesländer abwandern.

Dies kann und darf es jedoch in einer wehrhaften Demokratie nicht geben und ist ganz klar ein Fall für die aufgeklärte Zivilgesellschaft nicht geben. Das stets auf der Suche nach finanziellen Förderungsmöglichkeiten befindliche Netzwerk für Tolerie und Demokranz hat daher nach intensiver Beratung einen Forderungskatalog aufgestellt, um die anachronistische Fight Night in eine bunte und weltoffene Tolerance Night zu verwandeln.

  • Die Veranstalter verpflichten sich, sämtliche Wettkämpfer der rechten, rechtskonservativen, rechtsliberalen, rechtsradikalen, rechtshändigen und rechtsextremistischen Szenen von vornherein und konsequent von der Veranstaltung auszuschließen.
  • Zur Stärkung des Grundgesetzes und als Bekenntnis zur parlamentarischen Demokratie ist vor Kampfbeginn ein öffentliches Bekenntnis zur freiheitlich demokratischen Grundordnung abzulegen.
    Kampfsport ist auch Frauensache, eine verbindliche Quotenregelung längst überfällig. Künftig müssen an jedem Kampf mindestens 50 % Frauen beteiligt sein.
  • Migranten, Antifaschisten und sexuelle Masochisten dürfen selbst bei vorgeblichen Einschränkungen (mangelnde physische Konstitution, psychische Labilität) aufgestellt werden.
  • Migranten, Antifaschisten und sexuelle Masochisten dürfen unter Androhung der kompromißlosen Strafverfolgung ihrer Kontrahenten nicht geschlagen, getreten oder sonstwie am Erringen des Titels gehindert werden. Im Falle einer Niederlage erhalten sie dennoch einen Toleranzpreis.
  • Eine anti-spezieisistische Fachgruppe soll baldmöglichst ein Regelwerk aufstellen, welches auch Tiere zu gleichberechtigten Kombattanten aufwertet und den Kampfsport nicht allein anthropozentrisch auslegt.
  • Von deutschem Parkett darf nie wieder Gewalt ausgehen. Als Symbol der Weltoffenheit und Toleranz sowie dem tiefen Respekt vor den Opfern teutonischer Gewalt der vergangenen Jahrtausende verpflichten sich die Zuschauer zum Tragen einer Kippa.

Bei Erfüllung aller Forderungen dürfen die Veranstalter der Fight Night diese künftig auch als Tolerance Night bewerben. Zudem erhalten sie die begehrte Plakette „Sag NEIN zu Gewalt“ und die offizielle Partnerschaft des Netzwerkes für Tolerie und Demokranz.

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